Fraktionserklärung der Grünen und der AL zur Freisetzung von Gentechweizen im Reckenholz
Am 7. Februar gab das BAFU bekannt, dass der Freisetzung von gentechnisch verändertem Weizen in Zürich-Reckenholz nichts mehr im Wege stehe.
Die Gentechwissenschafter von Reckenholz und ETH versprechen uns eine Weizenzüchtung, welche mehltauresistent sein soll. Über Nebenwirkungen gibt es keine Packungsbeilage.
Aus agronomischer Sicht brauchen wir Bauern in der Schweiz eine solche Pflanze überhaupt nicht. Nach der katastrophalen Auskreuzung von Gentechraps und Gentechsoja auf herkömmliche Sorten in Nord- und Südamerika, haben sich bisher weltweit alle Bauern geweigert GVO -Weizen anzubauen. Dass sich auch Versuchspflanzen bei Freisetzungen, die Freiheit nehmen den Weg in die Umwelt zu finden, beweist der amerikanische Genreis Skandal. Dabei kontaminierte eine nichtbewilligte LL Reissorte von Bayer praktisch die gesamte US - Reisproduktion, mit katastrophalen finanziellen Folgen für die Farmer. Bei den vorgesehenen Freisetzungen wurde, das vom neuen Gentechnikgesetz verlangte Dreistufenprinzip klar missachtet und sie sind dementsprechend rechtswidrig. Diese haben auch rein gar nichts mit seriöser Risikoforschung zu tun, sondern es geht nur um den Akt des Freisetzens an sich, um Fakten zu schaffen.
Auf Anraten der Haute Commission hat ebenfalls am 7. Februar die französische Regierung per Dekret, die von der EU bewilligte GVO - Maissorte Mon 810 bis auf weiteres, wegen gesundheitlicher Risiken und Gefährdung der Biodiversität verboten. Seriöse, von den Agrokonzernen unabhängige, staatlich geförderte Risikoforschung, gibt es praktisch nicht in der Schweiz. Zum Schutz unserer Lebensmittelsichertheit, setzen wir alles daran, dass das Moratorium verlängert wird!
Unsere Fraktion lehnt die vorgesehenen Freisetzungen mit Entschiedenheit ab.
11. Februar 2008, Urs Hans