Persönlich

Daniel Vischer, 61, lebt mit seiner Frau Bettina in Zürich. Sie haben zwei erwachsene Kinder.

Mein Weg

Die Schulen besuchte ich in Basel, bestand mit Ach und Krach die Matura (Typ A). Anschliessend arbeitete ich zwei Jahre an den Basler Theatern als Regieassistent, nahm ein Phil I-Studium in Angriff und wurde POCH-Sekretär. Nebenbei jobbte ich.
Mit 30 begann ich mein Jurastudium, 1984 erwarb ich das Lizenziat, 1987 das Anwaltspatent. Seither bin ich freiberuflicher Rechtsanwalt mit den Schwerpunkten Strafrecht, Arbeitsrecht, kollektives Arbeitsrecht und Scheidungsrecht.

Mein Alltag

Den morgendlichen Kaffee trinke ich in der Espressino Bar im Hauptbahnhof. Dort lese ich die «NZZ», am Wochenende oft «Die Zeit». Den Tag verbringe ich in meinem Anwaltsbüro oder am Gericht, wenn ich nicht in Bern in der Session oder an einer Kommissionssitzung weile.
Ich versuche, mich auf einem Spinning-Velo fit zu halten. Mein Sohn und ich sind Fussballfans, er dummerweise für GC, ich für den FCB. Beide sind wir für Barca, Milan und gegen Bayern.
Oft stöbere ich in der Buchhandlung Barth im Shopville herum.  Leider bin ich kein Cineast mehr, denn Cineasten gehen tagsüber ins Kino, ich nur noch abends. Am Montag treffe ich mich mit FreundInnen zu unserer Lesegruppe im Restaurant Arcade. Derzeit lesen wir Wittgenstein.
Am Freitagabend treffen wir uns seit 25 Jahren zu unserem Stamm in der Reithalle Gessnerallee - wir nennen es "Gärtli".
Der Lieblingsferienort meiner Familie war lange Elba. Heute bereise ich eher Städte oder erhole mich mit meiner Frau in Sils.

Was ich mag:

Zugseinfahrten in Bahnhöfe, Zidane, Hegels Weltgeist, die Filme Aldomovars und der nouvelle vague, "die Umwertung aller Werte", die Italianità

der sechziger Jahre, die Coolness der Luhmannschen Systemtheorie, urbane Vorstädte durchwandern, die Weltsicht von Edward Said, möglichst wenig Aufwand, Leute, die das eigene Lager nicht aushalten, die Antwort der Verlierer, die Schweiz als Land heterogener Kulturen und Religionen, den sonntäglichen Tatortkrimi mit der Familie, auf Godot warten.

Was ich nicht mag:

Betulichkeit, Flughäfen, Blocher als politisches Programm, Freizeitjacke mit Krawatte, Integration als Disziplinierung, Unterhaltungssucht, Eurozentrismus, das dauernde Gerede  von Leistungs- und Führungswillen, "positives Denken", Autofahren, Primustypen, Politik als nurmehr moralischen Appell, Distanzlosigkeit, PolitikerInnen, die ihren Erfolg an der Anzahl Medienauftritten messen, einen drohenden Irankrieg, den Mythos der Zivilgesellschaft, Lifestile, mein Lebensgefühl, Glück bringe hernach Unglück.